Partnerschaft mit Pilsen geschlossen Drucken E-Mail
Geschrieben von: Plattlinger Anzeiger   
Dienstag, den 15. September 2009

Am 7. September wurde zwischen den Sportvereinen SV Niederpöring/Tabertshausen und Dynamo Pilsen ein Partnerschaftsvertrag abgeschlossen, der beiden Vereinen den Zugang zu EU-Mitteln öffnen kann, um ihre jeweiligen Radrennbahnen zu sanieren. Die Unterzeichnung fand im Pilsener Vereinsheim statt. Hauptziel der Vereinbarung ist neben den beidseitigen Sanierungsarbeiten ein deutsch-tschechischer Jugendaustausch auf breitester Ebene.

Dieser Jugendaustausch war auch das Hauptanliegen der bayerischen Delegation, die neben den Mitarbeitern der Verwaltung im Deggendorfer Landratsamt und von Euregio Freyung/Grafenau aus Vizelandrat Peter Erl, dem SV Vorstand Hermann Schlaipfer und dem Abteilungsleiter für Radsport Josef Stöger bestand. Schlaipfer zur Sachlage: "Selbst wenn das Finanzierungskonzept über das Programm Interreg IV wider Erwarten doch noch scheitern sollte, bleibt es auf jeden Fall auch weiterhin bei der Partnerschaft mit Dynamo Pilsen."


 

Schlaipfer bedankte sich in diesem Zusammenhang besonders bei Vizelandrat Peter Erl, der für dieses Projekt einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen zwei Sportvereinen ein großes Engagement, das weit über die Grenzen des üblichen hinausgehe, gezeigt habe. Schlaipfer hatte Erl beim letzten Prominentenradeln angesprochen, ob er nicht Mittel und Wege kenne, wie der Verein an Gelder für seine reparaturbedürftige Radrennbahn aus dem Jahre 1978 kommen könne. Ab da ließ der Vizelandrat seine Verbindungen spielen und fand in der Euregio-Referentin des Büros in Freyung-Grafenau, der Tschechin Dana Hazmukova, eine ebenfalls sehr engagierte Helferin. Frau Hazmukova, die auch als Dolmetscherin fungierte, suchte die gesamte Tschechische Republik nach einem passenden Verein mit gleicher Problematik ab und wurde in Pilsen fündig. Beide Verein sind fast gleich mitgliedsstark und haben neben der Fußball- auch eine Radsportabteilung mit entsprechender Rennbahn. Die Pilsener Bahn ist mit 400 Meter etwa 67 Meter länger als die Niederpöringer und hat dazu einen etwas steileren Neigungswinkel.

Erl zur Sachlage: "Wenn die Partnerschaft unterschrieben ist, werden wir sofort die Fördermöglichkeiten angehen, da die beidseitige Kooperation Grundvorraussetzung dafür ist." Weiter erklärte der Vizelandrat, dass er bereits mit der FH Deggendorf Verbindung aufgenommen habe, um beide Bahnen bautechnisch untersuchen zu lassen. "Das wird im Rahmen der FH eine Diplomarbeit sein, bei der Studenten die Betonbahnen überprüfen und dabei das bestmögliche Sanierungskonzept entwickeln. Wir hoffen, dass das alles noch im kommenden Wintersemester über die Bühne geht."

Petr Nahlik, der stellvertretende Oberbürgermeister Pilsens, sagte bei der gegenseitigen Begrüßung der Delegationen, dass die tschechische Seite sehr an einer Zusammenarbeit auf sportlicher Ebene interessiert sei, da sich die Kontakte bisher hauptsächlich auf kultureller Basis abgespielt hätten. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass der Bezirk Pilsen bereits Verträge mit der Regierung von Niederbayern abgeschlossen habe, die einer zusätzlichen Partnerschaft und dem Projekt dienlich seien.